biblioteca interculturale:
Eine Bibliothek mit Büchern in 30 Sprachen und ein «Bibliomobil» versorgen Migrantinnen und Migranten in der italienischen Schweiz mit spannendem Lesestoff.
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Das kleine Berber-Zelt auf dem zentralen Platz in Lugano war immer gut gefüllt. Insgesamt 300 Kinder hörten jeweils gebannt zu, wenn die Erzählerinnen und Erzähler aus verschiedenen arabischen Ländern ihre Geschichten über Land und Leute darboten. Das ist nur eine von verschiedenen Veranstaltungen der «biblioteca interculturale della svizzera italiana», kurz «bisi», um Migrantinnen und Migranten in der italienischen Schweiz den Zugang zu Büchern und Geschichten aus ihrer Heimat zu ermöglichen.
Die «biblioteca interculturale» gibt es seit 2003. Sie ist in Lugano und Bellinzona untergebracht und umfasst mittlerweile gut 4000 Bücher in 30 Sprachen. Daneben bietet sie auch Online-Plätze für die Recherche im Internet und organisiert verschiedene kulturelle Anlässe. Mit dem «Bibliomobil» fahren wir regelmässig in entlegene Täler des Tessin und Südbünden, um den Leuten auch dort eine Möglichkeit für gute Lektüre zu bieten. Das Projekt «bisi» wurde von unserer Gruppe Ondemedia initiiert, mit Unterstützung des Förderpreises von Migros-Kulturprozent.
Fredy Conrad, Sprecher der Gruppe «Ondemedia»
www.ondemedia.com
Mentoring-Programm MUNTERwegs:
«MUNTERwegs» ist ein generationenübergreifendes Mentoring-Programm. Freiwillige verbringen zweimal pro Monat ihre Freizeit mit einem Kind mit Migrationshintergrund.
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Unsere Mentorinnen und Mentoren stammen aus allen Schichten, sind zwischen 18 und 76 Jahren alt und zum Teil selbst Secondos und Secondas. Beim Basteln, bei Ausflügen und beim Spielen kommen sich die beiden Generationen näher und lernen gegenseitig viel voneinander. Ein Mentoring-Einsatz dauert acht Monate. Die Beziehung zwischen den Erwachsenen und den Kindern werden aber meistens fortgeführt.
MUNTERwegs startet jeweils in einer Gemeinde, in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und mit der Schule. Bis jetzt haben wir 85 Paare in 6 Gemeinden begleitet. Als Auftakt organisieren wir jeweils ein Fest zum Kennenlernen, den Abschluss der Mentoringphase macht wiederum ein grosses Fest. Erst kürzlich unternahmen wir mit allen Beteiligten einen Bootsausflug auf dem Vierwaldstättersee.
Unsere Mentorinnen und Montoren brauchen keine Vorkenntnisse, sie werden von der Kerngruppe aber gecoacht und erhalten Informationen zu Themen wie «Sprachförderung» oder «kindliche Entwicklung». Natürlich braucht die Beziehung zwischen Jung und Alt Geduld und Engagement. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen uns aber: Der Einsatz lohnt sich für alle Beteiligten.
Miriam Hess, Leiterin Projektteam MUNTERwegs
http://munterwegs.eu
Kinderparlament Luzern:
Rund sechzig Kinder engagieren sich für eine kinderfreundliche Stadt und haben Spass dabei, darunter auch Kinder mit Migrationshintergrund.
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Der 11-jährige Yannou sah in den Ferien, wie die Kinder in Australien auf dem Pausenplatz skaten konnten. Eine gute Idee, dachte sich der Junge, sammelte Unterschriften in seinem Schulhaus und gelangte damit an die Baugruppe des Kinderparlaments. Die Kinder prüften die Idee, redeten mit dem Schulleiter und mit Leuten vom Baudepartement und befanden sie für gut. Nun folgt die Eingabe an die Baudirektion.
Die Baugruppe ist nur eine von verschiedenen Arbeitsgruppen des Kinderparlaments in Luzern. 1998 gegründet, umfasst das «Kipa» heute rund 60 Kinder zwischen 8 und 14 Jahren, teils Schweizer Kinder, teils Kinder mit Migrationshintergrund. Allerdings muss man, um mitzudiskutieren, ordentlich deutsch sprechen können.
Die Kinder aus dem Kipa sind gut vernetzt mit den verschiedenen Schülerräten in den einzelnen Schulen der Stadt. So kommen viele tolle Ideen zusammen, auch für den «Kiz Blitz», den die «Kizreporter» mehrmals pro Jahr herausgeben und der an alle Schulkinder in der Stadt Luzern verteilt wird.
Miriam Scammacca, Leiterin Kinder- und Jugendparlament,
www.kinderparlament.stadtluzern.ch

Helvetiq Chablais:
Wir haben ein Spiel über unsere Region entwickelt und bei dessen Umsetzung so viele Leute wie möglich eingebunden. Unser Ziel? Die Region ihren Einwohnern näherbringen.
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Helvetiq Chablais:
Als Schweiz-Version existiert das Spiel Helvetiq bereits seit einiger Zeit. Es erlaubt, die Schweiz auf spielerische Art und Weise besser kennen zu lernen. Es ist für Personen jeglicher Herkunft zugänglich. Wir hatten die Idee, eine regionale Version dieses Spieles zu entwickeln und bei dessen Umsetzung so viele Leute wie möglich einzubinden.
Die Version Helvetiq Chablais wurde folglich auf partizipative Weise konzipiert, indem die sieben Gemeinden des Chablais, welche zur Plattform Agoris gehören, sowie eine maximale Anzahl an Vertretern von Vereinen, verschiedener Gemeinschaften sowie der Jungen an dessen Umsetzung beteiligt wurden. Die Fragen betreffen die Themenbereiche Kultur, Natur, Gesellschaft, Geschichte... mit dem Ziel, die regionale Identität zu beleuchten und ein harmonisches Zusammenleben zu fördern.
Das Spiel wird Mediatheken, Begegnungsräumen und Freizeitzentren zur Verfügung gestellt. Es wird sowohl der Einbürgerungs-Vorbereitung dienen als auch im Rahmen des Unterrichts eingesetzt werden können. Wir glauben, dass dieses Spiel den Einwohnern, Einheimischen und Migranten erlaubt, das Leben in ihrer Region in all seinen Facetten besser kennen zu lernen und sich daher dort wohler zu fühlen.
Verantwortlicher: Hadi Barkat
E-Mail: hadi.barkat@helvetiq.ch
Internetauftritt: www.helvetiq.ch

Repas'serelles:
Gemeinsame, kulinarische Abende schaffen Freundschaften und helfen, sich in Freiburg zu integrieren.
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Repas'serelles:
Die « Repas’serelles » sind gemeinsame, kulinarische Abende, die seit 2003 durch die Organisation Passerelles in Freiburg organisiert werden. Passerelles ist ein Ort des sozialen und interkulturellen Austausches zwischen Migrantinnen und Migranten wie Schweizerinnen und Schweizern mit dem Ziel, über soziale Kontakte die Integration zu fördern. Einmal in der Woche bereitet eine Gruppe von Personen ein typisches Gericht aus dem Herkunftsland vor, um es mit anderen Teilnehmenden gemeinsam zu geniessen. Diese Abende werden oft spontan mit musikalischen Einlagen oder Gesellschaftsspielen bereichert.
Das Ziel der Organisation ist es, Migrantinnen und Migranten zu ermöglichen, sich aktiv einzubringen und in einer guten Atmosphäre mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Die gemeinsamen Abende, die neu gewonnenen Freundschaften und der Austausch mit Schweizerinnen und Schweizern sind für viele Migrantinnen und Migranten zu einem wichtigen Mosaikstein auf dem Weg der Integration geworden.
Kossivi Dagbenyo, Vorstandsmitglied Passerelles, Freiburg
Interkultureller Garten:
Beim Gärtnern und Verkaufen der Produkte lernen und üben Migrantinnen die deutsche Sprache sowie weitere Kompetenzen.
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Gestartet sind wir vor acht Jahren in einem kleinen Privatgarten. Heute bewirtschaften wir ein schönes Stückchen Boden im Brünnengut, einem öffentlichen Park in der Stadt Bern. Im Berner Haus der Religionen bieten wir unter anderem Deutschkurse für Migrantinnen an. Da ich selbst eine passionierte Gärtnerin bin, wollte ich den Frauen bei konkreter Gartenarbeit die Möglichkeit zum Üben der gelernten Sprache geben. Mittlerweilen sind wir 12 bis 15 Erwachsene, darunter auch Schweizer Familien mit Kindern. Jede Migrantin hat ein eigenes Beet zum Bepflanzen. Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftsaufgaben wie die Beeren, der Kräutergarten, die Blumen und der Kompost. Alle Beteiligten kommen über diese gemeinsamen Aufgaben ins Gespräch miteinander.
Aus der Ernte des Gartens stellen wir Produkte her, beispielsweise Konfitüre oder Badesalz, welche wir auf den lokalen Märkten verkaufen. So können sich Migrantinnen neben der Sprache auch weiterführende Kompetenzen aneignen. Und mit dem erwirtschafteten Geld unternehmen wir Ausflüge oder besuchen ein Theater oder Kino. So ist der Garten ein niederschwelliges Angebot für Migrantinnen und Schweizer Familien, um gegenseitig voneinander etwas zu lernen.
Friederike Kronbach-Haas, Leiterin Interkultureller Garten
www.interkulturelle-gaerten.ch
www.haus-der-religionen.ch
Bistro Interculturel Nidwalden:
Hier sind Einheimische und Zugezogene in gleichem Masse beteiligt und profitieren vom Austausch. Das Bistro ist mehr als nur ein Treffpunkt.
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Das Bistro Interculturel Nidwalden hat den Integrationspreis 2011 gewonnen. Es ist mehr als nur ein Treffpunkt. Das offene und niederschwellige Angebot umfasst zum Beispiel Spielnachmittage, ein Götti-System oder gemeinsame Wanderungen in der Umgebung.
Samstagnachmittag auf dem Sportplatz von Stans. Hier trifft man sich 2x im Monat im Rahmen von gloBall zum gemeinsamen Spiel. Das Spiel verbindet, meint Martin Brun, der diese Nachmittage leitet. „Einige Begegnungen sind zu echten Freundschaften gewachsen“.
Sonntagmorgen hoch über dem Vierwaldstättersee – das Bistro Interculturel hat zur Frühlingswanderung eingeladen. Es nehmen 25 Teilnehmende den Weg unter die Füsse. Unterwegs ein kurzer Besuch in einer Alpkäserei, die von einem Libanesen geführt wird. Oben auf dem Niederbauenstock angekommen geniessen alle die wunderbare Fernsicht und lauschen einer spontanen, kulturellen Einlage aus dem Iran und lassen sich die kulinarischen Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern schmecken.
Auch der Einführungsabend für das Mentoring-Projekt wird rege besucht. Gesucht werden Freiwillige, die eine „Göttifunktion“ übernehmen und anderen Menschen in Alltagsfragen helfen. Kurdische Gerichte und musikalische Klänge aus Sri Lanka machen deutlich, wie bereichernd der interkulturelle Austausch für alle ist.
Karl Grunder, Projektgruppe Bistro Interculturel Nidwalden, Mail: bkgru@tic.ch, Tel. 079 311 35 43
Marly sympa:
Wir bieten in der Gemeinde verschiedene Aktivitäten an. Diese werden durch 90 ausgebildete Freiwillige, sogenannte «Agent Marly», betreut.
WeiterMarly sympa:
Seit 2004 engagieren sich bereits 90 Freiwillige als «Repräsentanten des sympathischen Marly» und bieten Jugendlichen und Erwachsenen der Gemeinde Marly verschiedene Aktivitäten an. Um «Repräsentanten des sympathischen Marly» zu werden, besuchen sie eine entsprechende Ausbildung. Diese 33 Stunden dauernde Ausbildung hat es ihnen ermöglicht, sich verschiedene Instrumente anzueignen, welche notwendig sind, um bei der Förderung einer besseren Lebensqualität im Gemeindegebiet mitwirken zu können.
Beim Projekt «Sympathisches Marly» geht es darum, den Leuten Angebote und Aktivitäten anzubieten, welche zur Verbesserung der Lebensqualität - vor allem in den Wohnquartieren mit vielen Migrantinnen und Migranten - geeignet sind. Beispielsweise fährt ein Bus zweimal pro Woche kreuz und quer durch die Gemeindequartiere und stellt seine Aktivitäten vor. Die Jugendlichen schreiben sich ein und nehmen dann an den entsprechenden, betreuten Aktivitäten teil.
Ein anderes Beispiel: Im « Jugendtreffpunkt » stellen Jugendliche unter Anleitung von Betreuerinnen und Betreuern Weihnachtssterne für die Strassendekoration von Marly her. Andere besuchen einen Selbstverteidigungskurs oder nehmen an einem Spielabend in der Turnhalle teil, welche zu diesem Zweck jeden Samstagabend geöffnet ist, und dies alles wird von Betreuungshelfern und/oder von «Repräsentanten des sympathischen Marly» angeleitet. Die Grundidee dieses Projektes besteht darin, den Jungen Verantwortung zu übertragen und ihnen die Gelegenheit zu geben, an konstruktiven Aktivitäten teilzunehmen. Während in anderen Städten Berichte über Gewalt und Vandalismus die Tageszeitung dominieren, hat Marly sehr frühzeitig erkannt, dass die gesellschaftliche Teilhabe (Partizipation) ein wichtiges Integrations- und somit auch Präventionsprogramm darstellt.
Das Projekt «Sympathisches Marly» zeigt auf, wie Teilhabe und Integration erfolgreich sein können. Als Dank für seine 25-jährigen Bemühungen wurde das Projekt mit dem Schweizer Integrationspreis 2009 ausgezeichnet.
Michel Favre, Projektleiter Marly sympa, 079 634 32 84, direction@anjm.ch, Infowebsite
Zum Film „Marly sympa“
Nachtwanderer:
Damit Jugendliche in Konstanz und Kreuzlingen gut durch die Nacht kommen, gibt es freiwillige „Nachtwanderer“.
WeiterNachtwanderer:
Die Idee der Nachtwanderer stammt aus Schweden. Allein, dass jemand da ist, der sich für Jungendliche und junge Erwachsene interessiert, kann viel bewirken. Die Nachtwanderer tragen zum Sicherheitsbedürfnis und zur Stärkung des Gemeinwesens bei, und Nachtwandern macht auch Spaß.
Nachtwanderer sind keine Sozialarbeiter und keine Polizisten. Sie sind in Gruppen von vier Personen ab etwa 21.00 Uhr (in der kalten Jahreszeit ab ca. 20.00 Uhr) vorwiegend am Wochenende zu später Stunde in der ganzen Stadt unterwegs, an Orten, an denen auch Jugendliche anzutreffen sind, zum Beispiel an öffentlichen Plätzen und Bushaltestellen. Sie werden angesprochen und sie können ansprechen. Sie greifen nicht ein, sie sind einfach präsent, vermitteln und stellen sich für Gespräche zur Verfügung, nur im Notfall verständigen sie Hilfe.
Wer mitmacht, wird geschult (Deeskalationstraining, Erste Hilfe, rechtliche Grundlagen), darüber hinaus werden die Nachtwanderer stets fachlich begleitet und können ihre Erfahrungen austauschen.
Antje Nesensohn, Kreuzlingen, anesensohn@web.de
SEL de la Molière:
In der Region "La Broye" tauschen wir Dienstleistungen, Sachkenntnisse und Güter untereinander aus. Wir wollen damit eine neue Solidarität aufbauen.
WeiterSEL de la Molière:
Bereits 25 Personen aus der Umgebung unserer Gemeinde Murist gehören zu diesem System des lokalen Austausches von Dienstleistungen, Sachkenntnissen und Gütern. Zur Messung dieser Austauschgeschäfte verwenden wir nicht Geld, sondern eine Einheit, die wir « Steine » nennen. Ein Stein entspricht zum Bespiel einer Minute, 10 Steine entsprechen 6 Eiern.
Dieses System zielt darauf ab, die menschliche Dimension des Austausches zu fördern und das Leben in unserer 500 Seelen-Gemeinde, welche über keine lokalen Geschäfte mehr verfügt, anzuregen. Der Kerngedanke besteht darin, Know-how, im alltäglichen Wirtschaftskreislauf nicht-wiederverwertbare Güter sowie multilaterale Solidarität zu fördern. Dies wendet sich an jeden Bewohner unabhängig von seinem Alter, seinem Umfeld und seinen Fähigkeiten sowie Sachkenntnissen. Die Idee ist auch, den Austausch zwischen Stadt und Land zu intensivieren, indem das Projekt in Richtung Payerne oder Estavayer-le-Lac ausgedehnt wird.
Jedes Quartal wird in einem Bulletin ein Katalog mit den von den Bewohnern vorgeschlagenen Ressourcen veröffentlicht. Unter diesen Ressourcen befinden sich beispielsweise Kinderbetreuung, Materialverleihung, administrative Unterstützung, Konversationskurse in Deutsch, eine Nähwerkstatt und Esel-Balladen, aber auch Nahrungsmittel.
Das lokale Austauschsystem von La Molière zeigt, wie das Zusammenleben verbessert werden kann. Es handelt sich um ein Projekt, welches im Rahmen des interkantonalen Integrationsprojektes "Des ponts sur la Broye" (Brücken über La Broye) entstanden ist und durch die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM im Rahmen des Periurban-Programmes unterstützt wird.
Elodie Calais, Mail: seldelamoliere@gmail.com,
Tel. 026 665 05 75
Website: http://www.seldelamoliere.ch